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Montag, 25. Oktober 2021

Presse-Echo Ausstellung Stencil Stories

 Die von mir kuratierte Ausstellung Stencil Stories. Geschichte des Schablonengraffiti läuft noch bis zum 18.12.21 im Heidelberger Universitätsmuseum. 

Pressemeldung

@StencilStoriesHD auf Instagram

STENCIL STORIES website

 Eine Ausstellungsrezension erschien im Mannheimer Morgen [Artikel] [PDF]

 Die Schau zudem Stencil Stories in einem kleinen Beitrag im SWR-Fernsehen, gesendet auf SWR Aktuell am 22.10.21 um 19.30h [ab Minute 24]

Und im SWR Radio:

[Podcast] 21.10.2021 | SWR Aktuell. Banksys Werkzeugkasten in Heidelberg: So entsteht ein Graffiti


 

Auf dem Graffiti ist ein vermummter Demonstrant zu sehen, der statt eines Molotov-Cocktails einen Blumenstrauß schmeißt. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/Sotheby's | -)

Schablonen-Ausstellung

Banksys Werkzeugkasten in Heidelberg: So entsteht ein Graffiti

STAND

Streetart ist Kunst. Kunst mit einem hohen Verkaufswert, das wissen viele, seit es der britische Künstler Banksy zu Berühmtheit geschafft hat. Aber wie entsteht sie eigentlich?

16 Millionen Pfund - für diese Summe ist ein halb geschreddertes Bild des Künstlers Banksy versteigert worden. Das kleine Mädchen mit dem Luftballon: "Love is in the Bin". Das Mädchen mit dem Luftballon ist in rot und schwarz aufgesprüht - Streetart nennt man diese Kunst - Schablonen-Graffiti heißt die Technik dahinter. Das Universitätsmuseum Heidelberg widmet genau dieser Technik nun eine kleine Ausstellung. Konzipiert hat sie Ulrich Blanché, Wissenschaftler am Institut für europäische Kunstgeschichte der Universität Heidelberg.

Schablonen - die unsichtbaren Werkzeuge

Die Kunstwerke sind vor allem durch den prominenten britischen Künstler sehr berühmt geworden. Was aber niemand sehe, das seien die Schablonen, sagte Blanché. Dabei sei die Technik denkbar simpel: "Man schneidet zum Beispiel einen Pfeil in ein Stück Pappe, hält die Pappe mit der ausgesparten Fläche an die Wand und sprüht drüber. An einer Wand ist dann ein Pfeil." Wäre das ein Pfeil von Banksy, würde der Pfeil berühmt, nicht aber die verwendete Schablone. Genau das sei auch das Interessante an der Ausstellung, sagte Blanché.

"Wir stellen keine Kunst aus, sondern in erster Linie Schablonen - und das ist selten."

Banksys Werkzeugkasten: So entsteht ein Grafitti
Banksys Werkzeugkasten: So entsteht ein Grafitti 5 Min

Audio herunterladen (4,4 MB | MP3)

Schablonen - die vielleicht älteste Kunstform

Schablonen-Kunst gebe es schon in prähistorischen Höhlen, sagt Blanché. "Da hat man zum Beispiel eine Hand hingelegt und Farbe drüber gespuckt. Das ist eine der ersten Kunstäußerungen überhaupt - eine Schablone." Die heutige Form mit Sprühdosen kam erst im 20. Jahrhundert auf: "So ab den Sechziger Jahren, zum Beispiel in Paris 1968, da fängt es dann langsam an, mit Farbsprühdosen, mit vielen Protest-Graffitis - und das geht dann weiter bis zu Banksy."

Kunst mit Bestand

"Es ist eine Kunst mit einer sehr, sehr langen Vergangenheit."

Die aktuelle Rezeption dieser Kunst weise aber auch in die Zukunft, "weil heute Graffiti sehr viel im Internet rezipiert wird und die Schablone etwas ist, was sofort klar erkennbar ist, auch auf kleineren Bildern, auch auf einem kleinen Handybildschirm".

Reiz der Illegalität

Streng genommen ist das Auftragen eines Graffitis an eine Hauswand Sachbeschädigung - zumindest in den meisten Fällen. Dieser Reiz, eigentlich etwas Illegales zu tun, habe zwar zur Popularität der Kunstform beigetragen, aber Blanché schränkt ein: "Das kommt auf das Auge des Betrachters an. Bei vielen Werken im öffentlichen Raum ist es dem Betrachter nicht klar, ob das jetzt illegal oder legal gesprüht ist". So sind auch legal gesprühte Graffitis an Heidelberger Stromkästen Teil der Ausstellung. Hierfür haben die Macherinnen und Macher das Einverständnis der Stadtwerke in Heidelberg bekommen.

 

Montag, 29. August 2016

http://media.wix.com/ugd/c82f17_e8589dc249e84e718d3fe2e2b4e55dc3.pdfI participated at a croudsourced online guide to the current Jeff Koons exhibition at Damien Hirst's Newport Gallery in London.

The guide was organized by joinuntitled.com

Link to the Guide (PDF)

Sonntag, 1. November 2015

Vortrag in Konstanz


Am 4. November 2015 hielt ich einen Vortrag mit dem Titel „Wann ist Streetart politisch?“zur Vernissage der Street-Art-Foto-Ausstellung „ARTHEN – auf der Suche nach Europa“ im Kulturwissenschaftlichen Kolleg Konstanz, genauer in der Bischofsvilla am Seerhein.

Weitere Informationen zur Wander-Ausstellung unter: www.arthen.eu 

Facebook-Seite der Ausstellung

Pressemeldung zur Ausstellung in Konstanz.

Unter folgendem Link gibts den Vortrag als Audiomitschnitt, also als Podcast.
https://www.exzellenzcluster.uni-konstanz.de/fileadmin/all/downloads/audio/151104_Blanche_Street-Art.mp3

Samstag, 25. Mai 2013

Dienstag, 15. Januar 2013

Ausstellung - Art the Ape of Nature - Vernissage am 31. Januar 2013


Ab 31. Januar 2013 sind die Affen los in Heidelberg. An diesem Tag ist um 17.00 Uhr die Vernissage zu „Art the Ape of Nature – eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst“ im Museum der Universität Heidelberg.  Larissa Kopp, Gerd Dengler, Florian Aschka, Eva Blanché und Anja Priska, fünf Künstler aus London, Wien und München konnten für dieses Ausstellungs-Experiment gewonnen werden.

Link zur Webseite der Ausstellung

Die Schau wurde von Studierenden der Kunstgeschichte im Rahmen eines Seminars am Institut für Europäische Kunstgeschichte erarbeitet. Zu sehen sind Werke zeitgenössischer Künstler aus London, Wien und München. Sie schufen Gemälde, Videos, Skulpturen, Zeichnungen oder Fotografien teils extra für die Ausstellung – einzige Bedingung war: es muss sich um Affen drehen: Die Kunst als Nachäfferin der Natur, der Affe als Spiegelbild des Menschen, als lüsterner Maleraffe, Menschenaffen und Affenmenschen – für Kunstschaffende ist das Motiv des Affen ein Thema von bleibender Aktualität.
Die Ausstellung läuft bis zum 26. Mai 2013. In der Langen Nacht der Museen am 20. April wird es Sonderführungen geben.


Zur Vernissage am Donnerstag 31. Januar um 17.00 Uhr im Senatssaal der Alten Universität begrüßt der Kunsthistoriker Prof. Dr. Matthias Untermann, Rektoratsbeauftragter für das Universitätsmuseums die Gäste. Dr. Ulrich Blanché, der das Seminar zur Ausstellung leitet, hält einen Einführungsvortrag.
 

Die Ausstellung war auch im Rahmen der Langen Nacht der Museen mit Sonderführungen zugänglich.


Samstag, 30. Oktober 2010

Art Exhibitions list

List of recent art exhibitions I participated in:

Freitag, 29. Oktober 2010

Online-TV-feature about the Über kitsch exhibition by the Gentlemen's Club

Online-TV-feature about our Über kitsch exhibition by the Gentlemen's Club is online. Some of the participating artists and me talk about the exhibition. Interview conducted by Emilie Herbert.



The Gentlemen's Club is a Brussels/London based non-profit organization. They aim to promote creative artists, coming from emerging subcultures, usually under-represented in mainstream medias. TGC offers a platform of promotion for European artists, producing the monthly art&music show o.v.e.r.g.r.o.u.n.d.


o.v.e.r.g.r.o.u.n.d. #1 - überkitsch german contemporaries from The Gentlemen's Club on Vimeo.

Montag, 6. September 2010

I curated my first exhibition: "über kitsch - german contemporaries"


My group show "über kitsch - german contemporaries" took place at the Vyner Studio in East London, 2nd til 4th September 2010.

See website for more Info: http://uberkitschlondon.blogspot.com/ 

7 young artists from fine art academies in Nürnberg and München combine living tradition with a playful freudian irony to create a happy but broken nostalgia.

The title of the exhibition "über Kitsch" contends two German words used as foreign words in the English language as well. English vogue term "über" has in German a second meaning apart from the smilar in English hyper, extreme, more" which is "about". "Kitsch" is one of the ten most difficult foreign words in the English language.

"über kitsch - german contemporaries" takes the oldfashioned thought of a specific art style being connected to a certain nationality as ironic as kitsch himself - a stereotype, a cliché one can use to show greyscales.

We turn the colour saturation up and don't think of kitsch as opposite to avantgarde (which is a military term anyway) like Adorno or Greenberg rather go with Kundera:"Whenever a single political movement corners power we find ourselves in the realm of totalitarian kitsch."
The exhibition presents colourful camp oil paintings, animation videos and quirky photographies that let your living room die a pink retro death.

Sigmund Freud was from austria, which feels much closer to artists from cozy southern German cities like Munich or Nuremberg than cold Prussian north. Fuck Berlin, Cologne or Leibzig, here comes the south.

Kitsch ‘n‘ sink rules!

Less is a bore.

too much is not enough.

Freitag, 23. Juli 2010

Uli @ Hackney Wicked Art Festival July 2010


Gadje ( The international art collective I exhibited with already in London, Dublin and Barcelona) participates at the 3rd Hackney Wicked Festival (festival website) which run from July 30st until August 1st 2010.

Here's a link to the exhibition-website I made.

13 artists (m included) from France, UK, Canada, Greece, Poland and Germany took part in the "Hackney Wikipedia" titled exhibition.

List of artists (alphabetical order):

Uli Blanchet (Ger)
Tonga Schneider (GR) & Aurore Pelisson (FR)
Sydney Southam (CAN)
Roman Skyva (CZ)
Matthew Miles (UK)
Leo Cohen (UK)
Konrad Wyrebek (POL)
Hélène Butler (FR)
Charlotte Kaye (UK)
Charles Garcin (FR)
Caroline LS Chang (UK)
Anja Priska (Ger)
Alix Marie (FR)
Alice Walter (UK)

    Here's a map of the location, it's close to Hackney Wick train station.


    View Larger Map


    Sonntag, 27. Juni 2010

    Frankfurt Juni 2010

    Die in London lebende, deutsche Künstlerin Anja Priska, die ich im Mai in Barcelona kennenlernte, hatte am 25. Juni 2010 die Vernissage der Gruppenausstellung "Jungles" in der Galerie Maurer in Frankfurt/Main. Sie bat mich, den Katalogbeitrag des Laudators, Michael Petry, aus London zu übersetzen, der Dozent in der Royal Academy of Arts ist.

    So hatte ich viele interessante Gespäche mit allen drei Künstlern, Petry und der Galeristin.
    Außerdem hab ich den Kurztrip nach Frankfurt für den Besuch der Ernst Ludwig Kirchner Retrospektive (im Städel) sowie der "Radical conceptual" Ausstellung im Museum Moderner Kunst genutzt.Die Kirchner-Ausstellung war gut und umfangreich, jedoch teils wirr gehängt. Im Katalog waren die Abbildungen besser geordnet, die Reproduktionen gingen jedoch teils haarsträubend an der Realität vorbei. Gewünscht hätte ich mir mehr Vergleich mit "Brücke"-Künstlern (wenn schon im Text betont wird, dass er alle Erfindungen der "Brücke" für sich beanspruchte. Auch wären Vergleichswerke mit Cezanne, besonders Picasso, etc. angebracht gewesen, da Kirchner seine Werke oft vordatierte, um als Pionier bei abgeschauten Malerischen Inventionen zu gelten. Die Konzeptkunstausstellung war keine 8 Euro wert, war da schnell durch obwohl ich so viel Zeit hatte, alle Texte las und die Führung mitmachte.
    Aufgrund mehrerer Empfehlungen hab ich auch das Staatsschauspiel Frankfurt besucht, wo Wolf Haas' "Komm Süßer Tod" in einer Life-Halb-Puppen-Verfilmung als Solo lief. Sehr gelungen, sehr kurzweilig, phantasievoll, nie blöd, jedoch nie so gruselig-böse-tief wie der Film.

    Hier ein Link zu meinem Interview mit Wolf Haas von 2009.

    Montag, 10. Mai 2010

    GADJE presents Blasfemia Ausstellung in Barcelona Mai 2010

    In May 2010 (21-24th) I participated in the group show GADJE presents "Blasfemia" in Barcelona/Spain. The private view/opening night was on the 21th May @ Plato Pamplona.

    Participating artists (among others):

    Eva Blanché, Helène Butler, Michelle Bourke-Girgis, Charles Garcin, Alix Marie and Sydney Southam which all showed at the Gadje-Exhibition at Exchange Gallery in Dublin as well. All together there were over 40 artists exibiting (for details look at the Press Release PDF)

    The Barcelona show is much bigger, over 40 artists from Spain, France, UK, USA, Germany, Canada, Venezuela, etc.

    I showed two new collages. Here the link to the website of the exhibition (just click on "English", as the main page is in Spanish), and a dia show:


    Here link to a review of the exhibition.

    Dienstag, 13. April 2010

    Gadjee- Ausstellung in Dublin April 2010

    Im April 2010 nahm ich an einer Gruppen-Ausstellung in Dublin teil, die ich mit organisiert habe. Hier der Link zum offiziellen Ausstellungs-Blog, der von mir gestaltet wurde. Die Show warde kuratiert von Michelle Burke-Girgis, eine irisch-ägyptische Künsterlin, gehängt hat sie größtenteils Lisa. Ein wenig Zeit für trand und Street Art Fotos blieb dennoch..
    Hier Fotos aus Dublin, von der Ausstellung, etc.

    Hier der Text zu meinem Ausstellungsbeitrag:

    Uli Blanchet is a London based German art PhD candidate & freelance film journalist. Currently he does his PhD about consumerism in the work of Banksy and Damien Hirst. His first book "Something to s(pr)ay. Der Street Artivist Banksy" will soon be published by Tectum Verlag (in German).
    At Exchange Uli shows a collage combined with a short story about the life of a dead London barber who went to Las Vegas in 1980.

    Hier noch eine Liste aller teilnehmenden Künstler mit Werken:

    Mittwoch, 2. Dezember 2009

    Gadje presents The Bunny Show December 2009

    Zwei neue Kurzfilme von mir waren im Rahmen der Gruppen-Ausstellung "The Bunny Show" in London ab 10. Dezember 2009 für eine Woche in der Galerie "Rag Factory" im East-Londoner Viertel Shorteditch off Brick Lane zu sehen. Am Mittwoch den 9. Dezember 2009 fand die Vernissage statt.
    Ich hatte die Ehre, da ich mit der Kuratorin der Ausstellung, Helene Butler, befreundet bin. Sie geht wie einige der Ausstellenden an das renommierte Londoner Saint Martins College of Art (die haben einst Damien Hirst abgelehnt). Weitere Infos, Wegbeschreibung etc. gibts hier.
    Ich zeige meine beiden Zweiminüter "Trans Rabbit" und "Feed your head", die ich in den letzten Wochen gefertigt habe. Hier Flyer und Screenshots beider Filme und Bilder von der Vernissage :

    Montag, 7. September 2009

    Banksy versus Bristol Museum

    Nur sechs Wochen lief Banksys erste Ausstellung in einem Museum, dennoch sahen sie laut BBC Bericht über 300.000 Menschen, die oft drei bis vier Stunden anstehen mussten. Das Stadtmuseum in Banksys Heimatstadt hatte noch keinen derartigen Ansturm an Besuchern erlebt – die Umsätze in den Lokalen und Geschäften stiegen spürbar – und alles wegen dem einst als Schmierfink und Vanalen verfolgten und geschmähten Sohn Bristols. In der Stadt finden mittlerweile fast alle Banksy toll, nur einige Graffiti-Sprayer werken ihm Ausverkauf vor und schänden seine alten, illegalen Werke im Stadtbild mit Farbbeutel-Attacken. Neid oder Dummheit, das ist hier die Frage. Denn Banksy bekommt weder Honorar für die Ausstellung noch müssen die Besucher zahlen. Das Publikum ist sehr divers, von Eltern mit Kindern über Lespen-Pärchen zu Omas und den üblichen Art-Fags war alles vertreten. Doch nun zur Ausstellung selbst: Ausschließlich Banksys gab es nur in einem großen Ausstellungsraum unten, der völlig schwarz gestrichen und mit Tarnnetzen an der Decke den nötigen Underground-Flair erzeugen sollte. Doch im übrigen Museum waren - wie bei der Ostereier-Suche - in jeder Abteilung und in fast jedem Raum weitere Werke Banksys unter die Originale geschmuggelt. Die Suche gestaltete sich sehr spannend. Drei Werke habe ich selbst nicht gefunden, nur im Internet habe ich Bilder und Berichte darüber gelesen. In der Porzellansammlung entging mir eine Hash-Pfeife (siehe Foto) in einer Vitrine mit edlem Geschrirr des 17. Jahrhunderts, und auch ein Teller mit „Schoko-Eis-Scheiß“ habe ich nicht wahrgenommen. Zudem habe ich eine (ausgestopfte?) Ratte mit Farbsprühdose in der Naturhistorischen Sammlung übersehen. Da diese Werke nicht als Banksys gekenzeichnet waren und auch in keinem Katalog aufgeführt waren, waren sie teils schwer zu identifizieren. Der Dildo zwischen den Stalkmiten in der Gesteinsammlung war schon bei flüchtiger Betrachtung zu übersehen. Bei anderen war ich mir bis zum Schluss nicht sicher, ob es überhaupt Banksys waren oder nicht. Doch jetzt endlich zur regulären Banksy-Ausstellung. Es gab in der Aula einige vandalisierte klassische Statuen, wie beispielsweise einen pädophilen Bischof mit Lollis als Lockmittel in der Hand, Lederdress und auf den Boden gefallenem Kleid. Michelangelos David war als Selbstmord-Bomber zu sehen, auch eine shoppinggeile Paris-Hilton-Venus-Statue fehlte nicht. Neben Stencils auf Leinwänden und Zeichnungen des Meisters waren viele vanalisierte Öl-Gemälde ausgestellt. Ich war insgesamt sehr zufrieden mit der Ausstellung, wenig überraschte mich wirklich, vieles kannte ich schon in Abwandlungen, in anderen Medien, wie den Buddha mit der Halskrause und dem gebrochenen Arm. Dennoch war es interessant, die Werke mal in Realität zu sehen und ihre Machart und reale Größe (sind alle wesentlich größer als man sie sich vorstellt). Viele sind ganz offensichtlich auf einer Idee basierend schnell und oft wenig detailliert ausgeführt. Man hat das Gefühl, dass sie hauptsächlich schnell wirken sollen und nicht zum lange davorstehen und nachdenken gemacht sind. Was bei der Zeitspanne, die Passanten auf der Straße einem Banksy widmen, auch kein Wunder ist. Aufgrund des übergroßen Ansturmes war im Museum auch nicht so viel Muße da. Toll fand ich einen Raben, der ein blutiges Tampon im Schnabel hatte, der auf einem Stonehenge aus Dixi-Klo-Häuschen saß. Das hat mich an Musikfestivals erinnert (tatsächlich hat er dieses Werk bereits 2007 auf dem Glastonbury-Festival gezeigt. Interessant war insbesondere auch ein nachgestelltes Atelier Banksys, wo all die Schablonen und Inspirationen und Arbeitsmaterialen herumliegen. Der Anteil an Installationen und Skulpturen ist definitiv gestiegen, das Niveau ist gleich geblieben, jedoch funktionieren viele Werke nach dem selben Schema: Etwas harmloses, alltägliches wir mit etwas Provokativen kombiniert, dadurch entsteht ein Kontrast, der beide abmildert und lustig macht. Wirkungsunterschiede entstehen durch den jeweiligen dominateren Part, wenn das provokaive stärker ist, ist der Witz sarkastischer, wenn das harmlose dominiert, ist der Witz flacher. Dadurch, dass fast alle Besucher ständig mit ihren Digitalkameras Fotos schossen wie Trophäen-Jäger, bekamen sie dadurch einen Abstand, der die Wirkung milderte. Am besten gefiel mir das Gesamtkonzept: Ein berühmt gewordener Graffiti-Vandale macht eine unglaublich erfolgreiche Ausstellung im traditionsreichsten Museum seiner etwas provinziellen Heimatstadt, nachdem er damit bekannt wurde, seine Werke ungefragt in berühmte Museen wie den Louvre zu hängen und nur in Lagerhäusern auszustellen. Jetzt schmuggelt er seine Werke erlaubterweise unter die Traditionssammlung und die Besucher müssen sich alles zumindest oberflächlich ansehen, um die Banksys dazwischen zu erhaschen.