Mittwoch, 28. Oktober 2020
Sothebys misquoted me
Mittwoch, 21. Oktober 2020
Kunstwerke auf Museumsinsel beschädigt: Was treibt Vandalen an?
SWR Aktuell, 21.10.20
Sebastian Felser im Gespräch mit Ulrich Blanché
Kunstwerke auf Museumsinsel beschädigt: Was treibt Vandalen an? 6 Min
Unbekannte haben am Tag der Deutschen Einheit Ausstellungsstücke auf
der Berliner Museumsinsel beschädigt: ägyptische Sarkophage, Skulpturen
und auch Gemälde aus dem 19. Jahrhundert. Offenbar sind die Kunstwerke
mit einer öligen Flüssigkeit in Berührung gebracht worden. Die
Hintergründe der Tat werden derzeit ermittelt. Über den Anschlag auf die
Kunstwerke hat SWR Aktuell-Moderator Sebastian Felser mitUlrich Blanché
gesprochen - er ist Kunsthistoriker am Institut für Europäische
Kunstgeschichte.
Montag, 12. Oktober 2020
Vortrag im Museum Folkwang zu Keith Haring am 15. Oktober 2020
Ulrich Blanché: Wie wurde Haring Street Artist und wie teilte er Wände mit anderen?
Im Rahmen von Graffiti and the City – Vortragsreihe rund um Urban und Street Art
Teilnahmebeitrag: 5 € / 2,50 € / Kunstring Folkwang und Folkwang-Museumsverein frei.
Auf seinen Schritten in Richtung illegaler Street Art und legaler "street flavored" Urban Art wurde Keith Haring vielfältig beeinflusst, etwa von Kaligraphie, abstraktem Expressionismus, Außenwerbung und insbesondere von dem New Yorker Style Writing Graffiti, jedoch auch von anderen Street Artists wie Jenny Holzer, Basquiat oder John Fekner. Die Regeln des Graffiti lernte Haring über persönliche Kontakte, gemeinsame Ausstellungen und Kollaborationen, jedoch auch durch seine tägliche illegale Arbeit auf der Straße, wo er auf ganz unterschiedliche Arten Wände mit anderen teilte. Er übermalte unabsichtlich andere, etwa Thierry Noir, absichtlich ergänzend, etwa Richard Hambletons Shadowmen, teils auch mit Respektsbekundungen, und er setzte sein visuelle Signatur neben die anderer Graffiti Writer oder Street Artists, um durch Quantität Präsenz zu zeigen oder durch Placement in Interaktion zu treten.
Ulrich Blanché: Der Street-Art-Forscher Ulrich Blanché ist seit 2019 mit seinem PostDoc Forschungsprojekt „A Street Art History of Stencils“ (gefördert von der Fritz-Thyssen-Stiftung) an der Universität Heidelberg tätig. Davor war er bereits sechs Jahre wiss. Mitarbeiter in Heidelberg, wo er seine Habilitation zu „Affen in Bildern seit 1859“ verfasste (eingereicht). Er veröffentlichte mehrere Aufsätze zu Street Art, zudem ist er Co-Herausgeber des engl. Sammelbands "Urban Art. Creating the Urban with Art" (2018).
Donnerstag, 1. Oktober 2020
Urban Art: Creating the Urban With Art [Reviews]
Urban Art: Creating the Urban With Art, ed. by Ulrich Blanché and Ilaria Hoppe, Lissabon 2018 got three reviews now:
- Review in English by Vittorio Parisi in NUart Journal 2019, VOLUME 1, NUMBER 2, p. 96 [PDF]
- Review in German by Axel Philipp in Kulturwissenschaftliche Zeitschrift, Vol. 4 (2019): Nr. 1 (Jan. 2019) [PDF] [PDF Englisch Translation]
- Review in German by Judith Franke in MEDIENwissenschaft, issue 02-03 2020 [PDF] [PDF Englisch Translation]
Montag, 14. September 2020
Aufsatz Black Box Banksy veröffentlicht
DOI: https://doi.org/10.1515/9783110701319
ISBN: ISBN: 978-3-11-069979-1
Mein Aufsatz ist open access hier erhältlich.
Donnerstag, 3. September 2020
SWR2 Kultur aktuell: Gespräch über die Macht und Ohnmacht der Bilder: Vor fünf Jahren starb der Flüchtlingsjunge Alan Kurdi.
Donnerstag, 27. August 2020
Nachforschungen über Kunstphantom Banksy
Freitag, 7. August 2020
SWR 2: Streetart-Festival „Metropolink“ in Heidelberg: Neue Perspektiven auf Graffiti und Sprayen
Montag, 3. August 2020
Kurztext zu meinem Thyssen-Forschungsprojekt "Street Art History of Stencils"
Schablonentechnik in der Street Art | Die »Geschichte des Stencils in der Street Art« erforscht Dr. Ulrich Blanché, Institut für Europäische Kunstgeschichte, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.
Obwohl den urbanen Straßenbildern in den letzten Jahren größere Aufmerksamkeit zuteilwurde – nicht zuletzt aufgrund der aufsehenerregenden Beispiele des Briten Banksy, einem der Hauptvertreter der aktuellen Street Art –, sind die Ursprünge der zugrunde liegenden Schablonentechnik bislang weitgehend unerforscht geblieben.Projekt »Geschichte des Stencils in der Street Art«: Sprühschablone vor Erfindung der Aerosol-Farbsprühdose.
Da sowohl die Motive als auch die Wahl von Schriftarten, Untergründen und Anbrin-gungsorten nur im Zusammenhang mit der künstlerischen Technik zu verstehen sind, zeichnet Dr. Blanché die historische Entwicklung von Stencils/Schablonen/Pochoirs in der Street Art insbesondere in Deutschland, Frankreich, England, Polen und den USA nach 1960 nach. Wie fand die seit Mitte des 19. Jahrhunderts im Kontext von Außen-werbung, Schildermalerei oder Verpackungsbeschriftung (u. a. für das Militär) verwen-dete Technik Eingang in die Bereiche politischen Widerstands (etwa der Weißen Rose), faschistischer und linker Propaganda, Punk, Pop Art und Street Art?
Ziel des Projekts ist es auch, populäre Irrtümer auszuräumen, etwa dass der Pochoirist Blek le Rat, der seit 1981 mit Schablonen arbeitet, Banksy dazu inspiriert habe, Ratten und Schablonen zu verwenden, oder dass der Schablonenkünstler und Beuys-Schüler Matthias Kohlhöfer die Stencil-Technik, die er und Sigmar Polke auf Leinwand in Düsseldorf verwendeten, nach seinem Umzug nach New York in die dortige East-Village-Kunstszene eingeführt habe. Stattdessen weist Dr. Blanché nach, dass etwa der Stencil-Pionier John Fekner schon vorher mit Schablonen dort im urbanen Raum tätig war bzw. dass der aus Bristol stam-mende Banksy von lokalen Bristoler Graffiti-Writern dazu inspiriert wurde, Schablonen zu verwenden, welche wiederum durch Punk-Schablonen beeinflusst wurden, die teils als Gimmicks Schallplatten beigelegt oder auf deren Cover abgebildet waren. En passant werden damit auch Kontinuitäten in Subkulturen sichtbar gemacht, die bisher eher als aufeinanderfolgend und gegensätzlich wahrgenommen wurden, etwa zwischen 1968er-Hippies und Punk oder zwischen Punk und Hip-Hop bzw. der frühen Rave-Kultur.Untersucht werden auch die sich im Laufe der Zeit ändernden Materialien. Waren frühe Schablonen in erster Linie aus Metall und Holz und wurden mit Pinsel und Farbe aufgetragen, arbeiten Street Artists eher mit Pappe und Plastik in Kombination mit Sprühdosen. Da Schablonen eine Do-it-yourself-Technik sind, gilt ein Fokus Gebrauchsanweisungen zur Verwendung von Schablonen etwa von Punks und später Street Artists im Vergleich.
Dr. Blanché möchte zeigen, dass nicht nur inhaltlich und formal, sondern auch personell eine Entwicklungslinie des Schablonenbildes vom späten 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart gezogen werden kann.
Freitag, 17. Juli 2020
Interview mit mir auf Deutschlandfunk zu Banksy
[Podcast] 17.07.2020 | Deutschlandfunk: Provokation von Banksy – Corsogespräch mit Banksy-Kenner Ulrich Blanché
Street-Art-Experte „Eine Hauptaufgabe von Banksy ist es, Grenzen auszuloten“
Die Banksy-Werke seien vielschichtig und funktionieren für jede Generation anders. Der neue Bildband von Xavier Tapiers „Banksy Provokation“, der gerade auf Deutsch erschienen ist, provoziere ihn, da die Texte nicht immer der aktuellen Forschung entsprächen. Deutlich werden dagegen die Hauptthemen von Banksy: etwa die zunehmende Überwachung, der Israel-Konflikt, die Kriegslust der Mächtigen, dargestellt in sehr provokanten, aber vor allem sehr pointierten Bildern.
Anti-Geste gegen das eigene Werk
Aber Banksy habe durchaus schon einmal daneben gegriffen. So sei das bekannte Bild „Girl with balloon“, das bei seiner Auktion 2018 zum Teil automatisch zerschreddert wurde, eines seiner schlechtesten Werke, urteilt Ulrich Blanché: „Es gibt Bilder, die sind so weit auslegbar, dass sie sozusagen so tief in den Zuckergußkitsch reingefallen sind, obwohl sie aus einem sehr ernsten Kontext kommen.“ Im Fall des zerschrederten Aktionsverkaufserfolges gehe es zum Beispiel auf eine Trilogie zurück, die den ersten Irakkrieg anprangere. Banksys Schredderaktion interpretiere er so, dass es die einzige Möglichkeit war, dieses Bild zu retten.„Es ist auf dem Unteram von Justin Bieber tätowiert oder in einem Film von Woody Allen und wurde dadurch unglaublich bekannt. Aber es ist eigentlich eine tragische Geschichte.“ Deshalb habe Banksy selbst vor kurzem in Bristol eine Reprise gemacht, wo ein Mädchen einen Ballon mit einer Schleuder zerplatzen ließ. „Was für mich auch eine Anti-Geste gegen das eigene, völlig verkitschte Motiv ist.“
Zwischen street credibility und Kunst-Establishment
Als Streetart-Künstler gehöre er zwar längst zum Kunst-Establishment, aber er bespiele den Kunstmarkt als Bühne. „Banksy ist Teil des Kunstmarktes, aber er ist es auch nicht. Banksy ist ein weltbekannter Künstler, der momentan nicht von einer Galerie vertreten wird. Wenn Sie einen Banksy kaufen wollen, kaufen Sie ihn immer second hand.“ Andereseits schleuse er Gerüchten zufolge seine Werke immer wieder auf den Kunstmarkt ein, wie zum Beispiel das Schimpansen-Parlaments-Gemälde, dass einen Rekordpreis erzielte.In der Streetart-Szene sei Banksy ein Richtwert, und auch wenn ihm die Szene eigentlich egal sei, gehe es ihm doch um „street credibility“. Wichtig sei ihm nicht, die Kunstwelt davon zu überzeugen, dass seine Werke Kunst seien, sondern darum, „die Grafitti-Writer davon zu überzeugen, dass, was er macht, noch Grafitti oder Street Art ist.“
Grenzen ausloten
Dass die Banksy-Ratten in der Londoner U-Bahn längst verschwunden sind, zeige die Zwickmühle, in den Banksy die London Transport Authority gebracht habe, weil sie seine Arbeit nicht stehen lassen könne, während sie alle anderen Tagger, Grafitti-Writers und Street Artists entfernen würde. „Genau an dieser Grenze operiert er. Das ist ein Hauptaufgabengebiet von Banksy, nämlich Grenzen auszuloten.“Mittwoch, 15. Juli 2020
Zweiter TV-Auftritt bei ttt
Der Beitrag wurde zudem am 21.7.20 auf BR3 um 22h wiederholt, diesmal im Rahmen der Kultursendung
"Capriccio - Die Welt der Kunst und Kultur" unter dem Titel: "Das Phantom der Kunstwelt - Banksy ist Untergrundkämpfer, Hotelbetreiber und Starkünstler"
Samstag, 4. Juli 2020
Ulrich Blanché as a guest on the SOUNDVISION show at Soho Radio, London
Everytime she asks one guest to send her a list of some 8-10 song/sound/playlist tracks that tell a story of music in the thinking of her guest.
On July 10, at 10am Sukie was joined on her show by Ulrich Blanché.
[Podcast] 05.07.2020 | Soho Radio, London: 1 hour interview with Ulrich Blanché
Other parts from the SOUNDVISION show by Sukie on mixcloud.










