Posts mit dem Label Interviews werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Interviews werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 19. Mai 2022

Weitere Presseauftritte 2022

[Artikel] 16.06.22 |Tagesspiegel, Von wegen Streetart in Berlin: Das sagt ein Banksy-Experte zum Wandbild in Prenzlauer Berg [PDF]

[Podcast] 03.06.22 |NDR (Radio), Banksy: Was wissen wir über den Streetart-Künstler? Dazu Ulrich Blanché im Interview mit Mischa Kreiskott.

[Audio-Mitschnitt] 09.05.22 |Deutschlandfunk Nova, Versteigerung des Marilyn Monroe Original Gemäldes von Andy Warhol bei Christie’s in New York. Dazu Ulrich Blanché im Gespräch mit Rahel Klein.

[Artikel] 09.04.22 |Buten un Binnen Banksy-Ausstellung in Bremen 

Banksy sorgt weltweit mit seinen Kunstaktionen für Aufsehen. Nun wird sein Werk in Bremen in einer multimedialen Wanderausstellung gezeigt.


 

 

Mittwoch, 2. März 2022

Interview im Badischen Tagblatt

 [Artikel27.02.22 |Badisches Tagblatt Interview mit Ulrich Blanché [PDF]

 „Dem Kunstmarkt einen großen Stinkefinger gezeigt“

Baden-Baden (kie) – Die Arbeiten einiger Street-Art-Künstler erobern derzeit den Kunstmarkt. Der Kunsthistoriker Ulrich Blanché erklärt den Trend und spricht auch über die Intention der Künstler.

Von BT-Redakteurin Franziska Kiedaisch

Street Art erobert den Kunstmarkt. Doch oft üben genau jene Kreativen mit ihrer Kunst die schärfste Kritik an selbigem: Über diese Entwicklung, die Intention der Künstler und den Unterschied zwischen legalen und illegalen Arbeiten unterhielt sich unsere Redakteurin Franziska Kiedaisch mit dem Kunsthistoriker und Street-Art-Experten Dr. Ulrich Blanché von der Universität Heidelberg.

 

Auch in einem Artikel in der selben Ausgabe komme ich zu Wort:

[Artikel27.02.22 |Badisches Tagblatt Von der Straße ins Museum [PDF]

 



 

 

Dienstag, 7. Dezember 2021

Interview mit mir im Tagesspiegel

 [Artikel] 12.09.2021 |Tagesspiegel Kaufangebot für Gefängnis in Reading

„Banksy will mit seiner Kunst die Welt zum Guten verändern“ Streetart-Künstler Banksy will eine Haftanstalt in ein Kunstzentrum  verwandeln. Banksy-Versteher

Ulrich Blanché erklärt, wie dieser Vorstoß  zum Gesamtwerk des Briten passt.

Donnerstag, 25. November 2021

Podiumsdisskussion auf der Art Cologne

 Bei einer Podiumsdiskussion auf der Art Cologne habe ich zusammen mit Moderatorin Katrin Luz und  Bastienne Leuthe, Sotheby’s Deutschland über "Der geschredderte Banksy – ein Millionencoup. Wertewandel und -dynamik im Kunstmarkt." diskutiert. der LIfe Stream wurde aufgenommen und ist hier abrufbar.

2:00 - 3:30 p.m. | The shredded Banksy - a million-dollar coup. Transformation and dynamics of values in the art market.

With:

  • Ulrich Blanché, University of Heidelberg, street art expert
  • Bastienne Leuthe, Sotheby’s Germany
  • Christiane Lange, Staatsgalerie Stuttgart

Host: Kathrin Luz

 


Dienstag, 2. November 2021

Feature im Mannheimer Morgen, Blanché kommentiert das neue Urban Art Museum Mannheim

[Artikel] 31.10.2021 | Mannheimer Morgen Von Mural zu Mural: Wie ein Experte aufs Mannheimer Urban Art Museum blickt [pdf] [Video]

Ein Video-Interview zum gleichen Thema gibts hier.



Donnerstag, 14. Oktober 2021

I've been interviewed about the reselling of the shredded Banksy by BBC Radio News and by German Radio WDR 5

 [Podcast] 14.10.2021 |  BBC World Service's Newsday Show: Interview with Banksy expert Ulrich Blanché about the reselling of the shredded Banksy at auction. [jump to minute: 49.08]

 for the other interview (in German) see:

 [Podcast] 14.10.2021 |  WDR5-Morgenecho: Banksy-Versteigerung: Schreddernde Wertsteigerung.

Ein Banksy Werk wird versteigert. Als "Girl with Balloon" wurde es kürzlich für über eine Million Pfund ersteigert und schredderte sich selbst. Nun soll es unter neuem Namen das x-fache bringen. Ein Interview mit Kunsthistoriker Ulrich Blanché.


 

 

Mittwoch, 14. Juli 2021

SWR Aktuell hat mich am 13.7.21 zu einem wideraufgetauchten Judy Garland Kleid interviewt.



Fund in Schuhbox: Kunsthistoriker hält Judy-Garland-Kleid für echt

Sensationsfund in der Catholic University in Washington DC: Bei Renovierungsarbeiten in der Theaterabteilung wurde das blaukarierte Kleid gefunden, das die Schauspielerin Judy Garland im Hollywoodfilm "Der Zauberer von Oz" trug.
Das Kleid galt seit Jahrzehnten als verschollen. Es lag auf einem Schrank in einer Tüte in einem Schuhkarton. Ulrich Blanché, Kunsthistoriker am Institut für Europäische Kunstgeschichte der Uni Heidelberg hält den Fund für echt. Blanché sagte in SWR aktuell: "Man muss sich überlegen, dass bei solchen Filmaufnahmen nicht immer nur EIN Kleid existiert. Meiner Ansicht nach ist es eines von dreien." Schon 2005 sei ein solches Kleid nämlich in London versteigert worden, so Blanché. Weitere Auktionen habe es 2012 und 2015 gegeben. Das Kostüm erzielte umgerechnet zwischen 200.000 Euro und 1,3 Millionen Euro. Dabei sei in zwei Fällen aber offenbar das gleiche Kleid versteigert worden, vermutet der Kunsthistoriker. Wie selten ein solcher Fund vorkommt und wie oft es sich dabei um eine Fälschung handelt, darüber hat Ulrich Blanché mit SWR Aktuell-Moderatorin Vanja Weingart gesprochen.

Mittwoch, 28. April 2021

UB im SWR zur Heidelberger Banksy Schau

Text vom SWR, Link zur Seite des Beitrags, gesendet am

 Ausstellung Originell ohne Original? Banksy in Heidelberg ausschließlich mit Reproduktionen

22.4.2021, 15:30 Uhr Martina Senghas

The Mystery of Banksy – A Genius Star” heißt eine Ausstellung, die am 30. April in der Heidelberger Halle 02 eröffnet wird.


Banksy ist in der breiten Masse sehr bekannt

Ein paar Tage lange standen sie in Heidelberg herum: mehrere Mädchen-Schaufensterpuppen im schwarzen Kleid mit einem roten Herzluftballon in der Hand. Und ziemlich viele Passanten wussten sofort, worum es ging.
Also jeder hat eine Meinung zu Banksy, jeder kennt es, die Leute wissen meistens mehr über Banksy, als sie über Picasso wissen“ meint der Heidelberger Kunsthistoriker und Banksy-Experte Ulrich Blanché, der die Puppen in der Stadt natürlich auch erkannt hat.
Die Ausstellung ist nicht von Banksy autorisiert

Damit, dass die Ausstellung „The Mystery of Banksy – A Genius Star” mit rund 100 Objekten nicht von Banksy autorisiert ist und es, zumindest in Heidelberg, keine Originale gibt, gehen die Macher ganz offen um. Zu sehen sind Reproduktionen, die andere Künstler angefertigt haben.

Dennoch kündigen die Organisatoren an – Zitat – „einen umfassenden Überblick und Einblick in das Gesamtwerk des Genies und Ausnahmekünstlers“ zu bieten. Für 17 Euro pro normalem Erwachsenenticket.

Laut Kapitalismuskritiker Banksy darf eine echte Ausstellung nichts kosten

Banksy selbst bezeichnet diese Ausstellung auf seiner Webseite als Fake-Ausstellung. Und er sagt, der Unterschied zwischen einer echten Ausstellung und einer echten Ausstellung und einer falschen ist, dass die echte kein Geld kostet. Was passiert hier also?

Wird ein Streetartkünstler, der sich mit seinen Werken gegen Ungerechtigkeit, Kommerz und Kapitalismus positioniert schamlos vermarktet? Ganz so einfach ist es nicht. Zum einen ist der Ort, an dem die Heidelberger Ausstellung stattfindet - ein Musikclub - durchaus Banksy-kompatibel.

Banksy ist selbst Ausreizer von Grenzen

Es geht ihm nicht um den elitären Kunstbetrachter, sondern es geht ihm auch um einen Betrachter, für den das eine niedrigschwellige Geschichte ist. Zum anderen war Banksy’s Streetart immer dafür gedacht, dass Menschen sich ihrer bedienen. Fotos davon machen, sie auf Instagram etc. hochladen und so verbreiten.

Und hinzu kommt, dass Banksy mit seinen illegalen Aktionen selbst immer Grenzen ausgetestet und sich nicht um irgendwelche Marktregeln gekümmert hat.

Montag, 26. April 2021

UB in Bayern1 am Morgen: Wer oder was ist Banksy?

 

[Podcast] 30.03.2021 | Bayern1 am Morgen Wer oder was ist Banksy?
Bayern 1 Moderator Marcus Fahn sprach mit dem Street Art-Experten Ulrich Blanché von der Universität Heidelberg. Gesendet um kurz nach 6h und um kurz nach 8h am 30.03.21.

Freitag, 9. April 2021

Großes Interview mit mir zur Heidelberger Banksy Ausstellung im Mannheimer Morgen

[Artikel] 09.04.2021 | Mannheimer Morgen Graffiti-Forscher über Banksy: "Das Wahre ist auf der Straße"

 Eine Schau über den Streetart-Star Banksy wird ab 30. April in Heidelberg zu sehen sein. Graffiti-Forscher Ulrich Blanché sieht das unautorisierte Projekt auch mit Skepsis.

 


 

Montag, 22. März 2021

Banksy und Religion Artkel

 Auf der Website kath.ch wurde ein weiterer Artkel zur Baseler Banksy-Schau veröffentlicht, der Zitate von mir enthällt. 

[Artikel] 22.03.2021 | Kath.ch Street-Art-Künstler Banksy setzt auf Kraft religiöser Motive

 Street-Art-Künstler Banksy setzt auf Kraft religiöser Motive

Banksy ist einer der bekanntesten Street-Art-Künstler der Welt. Jetzt widmet ihm die Messe Basel eine Ausstellung. Unter seinen Werken finden sich auch Bilder mit religiösen Motiven.

Alice Küng

Banksy ist das Pseudonym eines international renommierten Künstlers. Mit Hilfe von Schablonen und Spraydosen sprüht er seit mehr als 20 Jahren Bilder. Viele Graffitis entstehen an Strassenmauern, andere auf Leinwand. Seine Identität hält er anonym. Bekannt ist nur, dass er aus Bristol stammt und ungefähr 47 Jahre alt ist.

«Banksy trifft den richtigen Ton und erreicht die breite Masse.»

Die Messe Basel widmet ihm jetzt eine Ausstellung mit über 100 Originalwerken. In vielen seinen Bildern kritisiert Banksy den Kapitalismus, den Krieg und die soziale Kontrolle. Er fordert Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit.

«Er will so viel Publikum wie möglich erreichen», sagt Stefano Antonelli, der die Ausstellung in Basel mit organisiert hat und weltweit als Kunstkurator arbeitet. Das gelinge dem postmodernen Künstler. «Banksy trifft den richtigen Ton und erreicht die breite Masse», sagt Banksy-Experte Ulrich Blanché von der Universität Heidelberg.

Politik und Humor

Banksy wolle gemäss dem Experten mit seinen Bildern den kritischen Geist fördern. «Es gelingt ihm, politische Haltung mit Humor zu verknüpfen», sagt Blanché. Antonelli bestätigt: «Mit seiner Ironie zeigt er, dass es möglich ist, dem Konflikt auf andere Weise zu begegnen.»

Auch Bilder mit religiösen Motiven kreiert der Künstler. «Banksy verwendet diese Motive aber nicht, weil sie religiös sind, sondern weil sie vom Betrachter mit grosser Wahrscheinlichkeit verstanden werden», sagt Blanché.

Drei religiöse Bilder

Das Bild «Toxic Mary» zeigt eine Madonna, die das Kind Jesu mit einem Schoppen mit Giftsymbol darauf stillt. Mit der Kritik an der Kirche habe das nichts zu tun. «Es handelt von Eltern, die ihre Kinder alles sein lassen wollen, nur nicht sie selbst», sagt Blanché.

Im Bild «Sale ends today» sind vier Frauen zu sehen, die unter einem grossen Schild niedergeworfen sind. «Banksy vergleicht die Klageweiber mit Konsumenten.» Das könnte darauf hinweisen, dass der Konsum die christliche Religion abgelöst hat.

Oft malt Banksy Engelflügel, so zum Beispiel im Bild «Tramp Angel». Es zeigt eine sitzende Person mit Zigarette in der Hand und einem Heiligenschein über dem Kopf. «Damit will er sagen, dass Obdachlose genauso wertvolle Menschen sind», sagt Blanché.

«Unautorisiert»

Die Ausstellung in Basel ist «unautorisiert». Das heisst, Banksy weiss davon, hat aber nicht mitgewirkt. Laut Blanché sei der Künstler mit derartigen Ausstellungen nicht einverstanden. Das sei unüblich und in seinen Augen nicht gerechtfertigt.

Das «Unautorisierte» beziehe sich gemäss Antonelli mehr auf die Auswahl der Kunstwerke und den Erlös. «Alle Bilder der Ausstellung stammen von Privatpersonen und wurden nicht von Banksy bereitgestellt.» Ausserdem sei Banksy nicht an den Einnahmen beteiligt.

Preise schnell in die Höhe

Banksy sowie Privatpersonen mit einem Original-Banksy zu Hause seien heute jedoch finanziell gut versorgt. Wer 2004 beispielsweise einer seiner Abdrucke des berühmten Blumenmädchen für 75 Pfund gekauft hat, ist heute Millionär.

«Im Moment verkauft Banksy eine 100 mal 100 Zentimeter grosse Leinwand für drei Millionen Pfund.»

«Im Moment verkauft Banksy eine 100 mal 100 Zentimeter grosse Leinwand für drei Millionen Pfund», sagt Antonelli. Mit diesen Einnahmen finanziere der Künstler primär andere «Versuche zur Kreativität». Ein Beispiel sei das Schiff «Marie Louise». Damit rettet er Geflüchtete bei ihrer Flucht über das Mittelmehr.

Donnerstag, 18. März 2021

Die Nachrichtenagentur dpa zitiert mich

[Artikel] 17.03.2021| dpa-Meldung Nicht zum Bleiben gemacht
Streetart ist Kunst für die Straße – doch im Fall des britischen Weltstars Banksy wandern die Werke meist in Galerien oder Museen. Ist das absurd oder unausweichlich?
 
Die Nachrichtenagentur dpa wird von vielen Zeitungen im deutschsprachigen Raum abbonniert. Der Artikel oder leichte Abwandlungen davon erscheinen etwa in den Stuttgarter Nachrichten, der Rhein Neckar Zeitung,
 aber auch in deutschsprachigen Zeitungen etwa in Thailand wie dem Farang, den Südtirol News in Italien, zudem in vielen weiteren kleinen in print und online erscheinenden Tageszeitungen.

Sonntag, 14. März 2021

Dieses Wochenende in 2 SWR Podcasts

Dieses Wochenende war ich in zwei Podcasts im SWR zu hören.

 [Podcast] 12.03.2021 | SWR Aktuell Millionen für eine Bilddatei – was kann digitale Kunst?

Die Summen, die Kunstfans bei Auktionen für einzelne Werke zahlen, machen teilweise sprachlos. Immer wieder neue Rekorde werden erzielt. Doch das Kunstwerk "Everydays", das beim Londoner Auktionshaus Christie's für fast 70 Millionen Dollar versteigert wurde, macht noch aus anderen Gründen Schlagzeilen: Es ist nämlich weder ein Gemälde noch eine Skulptur, sondern eine Bilddatei. Und damit das erste rein digitale Kunstwerk, das in einem der großen Auktionshäuser verkauft wurde, kreiert vom US-amerikanischen Künstler Beeple. Ob digitale Kunst schon im Mainstream angekommen ist und wie man so eine wertvolle Bilddatei eigentlich kopiersicher macht, erklärt der Heidelberger Kunsthistoriker Ulrich Blanché im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Stephanie Geißler.


[Podcast] 14.03.2021 | SWR2 Martinee Kunst aus dem Untergrund

Bis heute weiß niemand, wer hinter so berühmten Ikonen wie dem "Mädchen  mit Ballon" steckt, weil Banksy abtaucht, sobald er fertig ist mit einem  Gemälde. Julian Ignatowitsch hat sich auf Spurensuche begeben und  sprach mit dem Banksy-Experten Ulrich Blanché von der Universiät Heidelberg.

Donnerstag, 3. September 2020

SWR2 Kultur aktuell: Gespräch über die Macht und Ohnmacht der Bilder: Vor fünf Jahren starb der Flüchtlingsjunge Alan Kurdi.

 [Podcast] 1.9.2020 | SWR2 Kultur aktuell: Macht und Ohnmacht der Bilder: Vor fünf Jahren starb der Flüchtlingsjunge Alan Kurdi.
Es gibt Bilder, denen man zuschreibt, die Welt verändert zu haben. Das Bild von Alan Kurdi sei ein solches Bild. Der Druck der Bevölkerung auf Regierungen habe zugenommen. Der Britische Premierminster David Cameron habe zugesagt, 20 000 Flüchtlinge aufzunehmen – eine direkte Folge der medialen Sprengkraft des Bildes, so Ulrich Blanché in SWR2.

Donnerstag, 27. August 2020

Nachforschungen über Kunstphantom Banksy

Am 27.08.20 veröffentlichten die Zeitungen von Worms, Lampertheim und Bürstadt folgenden Print-Artikel (PDF), der auch auf der gemeinsamen Metropol-Seite echo-online.de (mit Paywall) abrufbar ist: Nachforschungen über Kunstphantom Banksy. Der Heidelberger Kunsthistoriker Ulrich Blanché beschäftigt sich mit dem Schaffen des geheimnisvollen Street-Art-Künstlers Banksy.

Freitag, 17. Juli 2020

Interview mit mir auf Deutschlandfunk zu Banksy


[Podcast] 17.07.2020 | Deutschlandfunk: Provokation von Banksy – Corsogespräch mit Banksy-Kenner Ulrich Blanché

Street-Art-Experte „Eine Hauptaufgabe von Banksy ist es, Grenzen auszuloten“

Die pointierten Graffiti von Banksy gehen um die Welt, ein neuer Bildband zeigt den Künstler als Provokateur. Der Kunsthistoriker Ulrich Blanché beschreibt Banksy im Dlf als Grenzgänger – gleichermaßen respektiert auf dem Kunstmarkt und in der Streetart-Szene, obwohl ihm beide Welten eigentlich egal seien.

LONDON, ENGLAND - OCTOBER 6: A new stencil and spray paint artwork, by guerilla graffiti artist Banksy, appears in Fitzrovia, October 6, 2011 in London, England. The piece, that shows a rat having written a message which reads "If Graffiti changed anything - it would be illegal", has been covered in plexiglass in order to protect it. (Photo by Jim Dyson/Getty Images) (Getty / Jim Dyson) 
Viele von Banksys Werken haben Berühmtheit erlangt (Getty / Jim Dyson)

Ratten in der U-Bahn – als Banksy-Streetart sind sie weltweit aufsehenerregend. Ratten mit Mundschutz als Fallschirm, und eine niest einen Farbklecks an die U-Bahntür. Dazu die Songzeile „I got locked down, but I get up again“ aus einem Chumbawamba-Song, als Anspielung auf Corona. „Aber für mich hat dieses Werk nicht nur die Aussage: Tragt einen Mundschutz!, sondern es ist auch eine Verbeugung vor Grafitti in der U-Bahn,“ sagt der Banksy-Experte Ulrich Blanché im Corsogespräch.

Die Banksy-Werke seien vielschichtig und funktionieren für jede Generation anders. Der neue Bildband von Xavier Tapiers „Banksy Provokation“, der gerade auf Deutsch erschienen ist, provoziere ihn, da die Texte nicht immer der aktuellen Forschung entsprächen. Deutlich werden dagegen die Hauptthemen von Banksy: etwa die zunehmende Überwachung, der Israel-Konflikt, die Kriegslust der Mächtigen, dargestellt in sehr provokanten, aber vor allem sehr pointierten Bildern.

Anti-Geste gegen das eigene Werk

Aber Banksy habe durchaus schon einmal daneben gegriffen. So sei das bekannte Bild „Girl with balloon“, das bei seiner Auktion 2018 zum Teil automatisch zerschreddert wurde, eines seiner schlechtesten Werke, urteilt Ulrich Blanché: „Es gibt Bilder, die sind so weit auslegbar, dass sie sozusagen so tief in den Zuckergußkitsch reingefallen sind, obwohl sie aus einem sehr ernsten Kontext kommen.“ Im Fall des zerschrederten Aktionsverkaufserfolges gehe es zum Beispiel auf eine Trilogie zurück, die den ersten Irakkrieg anprangere. Banksys Schredderaktion interpretiere er so, dass es die einzige Möglichkeit war, dieses Bild zu retten.
Das Videostandbild, das auf dem Instagram Account des Künstlers Banksy veröffentlicht wurde, zeigt das Werk «Girl with Balloon» von Banksy, welches kurz nach seiner Versteigerung beim Auktionshaus Sotheby's geschreddert wird (Banksy / Press Association Images / dpa)Das Videostandbild, das auf dem Instagram Account des Künstlers Banksy veröffentlicht wurde, zeigt das Werk «Girl with Balloon» von Banksy, welches kurz nach seiner Versteigerung beim Auktionshaus Sotheby's geschreddert wird (Banksy / Press Association Images / dpa)
„Es ist auf dem Unteram von Justin Bieber tätowiert oder in einem Film von Woody Allen und wurde dadurch unglaublich bekannt. Aber es ist eigentlich eine tragische Geschichte.“ Deshalb habe Banksy selbst vor kurzem in Bristol eine Reprise gemacht, wo ein Mädchen einen Ballon mit einer Schleuder zerplatzen ließ. „Was für mich auch eine Anti-Geste gegen das eigene, völlig verkitschte Motiv ist.“

Zwischen street credibility und Kunst-Establishment

Als Streetart-Künstler gehöre er zwar längst zum Kunst-Establishment, aber er bespiele den Kunstmarkt als Bühne. „Banksy ist Teil des Kunstmarktes, aber er ist es auch nicht. Banksy ist ein weltbekannter Künstler, der momentan nicht von einer Galerie vertreten wird. Wenn Sie einen Banksy kaufen wollen, kaufen Sie ihn immer second hand.“ Andereseits schleuse er Gerüchten zufolge seine Werke immer wieder auf den Kunstmarkt ein, wie zum Beispiel das Schimpansen-Parlaments-Gemälde, dass einen Rekordpreis erzielte.
Das Banksy-Gemälde "Devolved Parliament" (AFP / Tolga Akmen)Das Banksy-Gemälde „Devolved Parliament“ (AFP / Tolga Akmen)
In der Streetart-Szene sei Banksy ein Richtwert, und auch wenn ihm die Szene eigentlich egal sei, gehe es ihm doch um „street credibility“. Wichtig sei ihm nicht, die Kunstwelt davon zu überzeugen, dass seine Werke Kunst seien, sondern darum, „die Grafitti-Writer davon zu überzeugen, dass, was er macht, noch Grafitti oder Street Art ist.“

Grenzen ausloten

Dass die Banksy-Ratten in der Londoner U-Bahn längst verschwunden sind, zeige die Zwickmühle, in den Banksy die London Transport Authority gebracht habe, weil sie seine Arbeit nicht stehen lassen könne, während sie alle anderen Tagger, Grafitti-Writers und Street Artists entfernen würde. „Genau an dieser Grenze operiert er. Das ist ein Hauptaufgabengebiet von Banksy, nämlich Grenzen auszuloten.“