Auf der Website kath.ch wurde ein weiterer Artkel zur Baseler Banksy-Schau veröffentlicht, der Zitate von mir enthällt.
[Artikel] 22.03.2021 | Kath.ch Street-Art-Künstler Banksy setzt auf Kraft religiöser Motive
Street-Art-Künstler Banksy setzt auf Kraft religiöser Motive
Banksy ist einer der bekanntesten Street-Art-Künstler der
Welt. Jetzt widmet ihm die Messe Basel eine Ausstellung. Unter seinen
Werken finden sich auch Bilder mit religiösen Motiven.
Alice Küng
Banksy ist das Pseudonym eines international renommierten Künstlers.
Mit Hilfe von Schablonen und Spraydosen sprüht er seit mehr als 20
Jahren Bilder. Viele Graffitis entstehen an Strassenmauern, andere auf
Leinwand. Seine Identität hält er anonym. Bekannt ist nur, dass er aus
Bristol stammt und ungefähr 47 Jahre alt ist.
«Banksy trifft den richtigen Ton und erreicht die breite Masse.»
Die Messe Basel widmet ihm jetzt eine Ausstellung mit über 100
Originalwerken. In vielen seinen Bildern kritisiert Banksy den
Kapitalismus, den Krieg und die soziale Kontrolle. Er fordert Frieden,
Gerechtigkeit und Freiheit.
«Er will so viel Publikum wie möglich erreichen», sagt Stefano
Antonelli, der die Ausstellung in Basel mit organisiert hat und weltweit
als Kunstkurator arbeitet. Das gelinge dem postmodernen Künstler.
«Banksy trifft den richtigen Ton und erreicht die breite Masse», sagt
Banksy-Experte Ulrich Blanché von der Universität Heidelberg.
Politik und Humor
Banksy wolle gemäss dem Experten mit seinen Bildern den kritischen
Geist fördern. «Es gelingt ihm, politische Haltung mit Humor zu
verknüpfen», sagt Blanché. Antonelli bestätigt: «Mit seiner Ironie zeigt
er, dass es möglich ist, dem Konflikt auf andere Weise zu begegnen.»
Auch Bilder mit religiösen Motiven kreiert der Künstler. «Banksy
verwendet diese Motive aber nicht, weil sie religiös sind, sondern weil
sie vom Betrachter mit grosser Wahrscheinlichkeit verstanden werden»,
sagt Blanché.
Drei religiöse Bilder
Das Bild «Toxic Mary» zeigt eine Madonna, die das Kind Jesu mit einem
Schoppen mit Giftsymbol darauf stillt. Mit der Kritik an der Kirche
habe das nichts zu tun. «Es handelt von Eltern, die ihre Kinder alles
sein lassen wollen, nur nicht sie selbst», sagt Blanché.
Im Bild «Sale ends today» sind vier Frauen zu sehen, die unter einem
grossen Schild niedergeworfen sind. «Banksy vergleicht die Klageweiber
mit Konsumenten.» Das könnte darauf hinweisen, dass der Konsum die
christliche Religion abgelöst hat.
Oft malt Banksy Engelflügel, so zum Beispiel im Bild «Tramp Angel».
Es zeigt eine sitzende Person mit Zigarette in der Hand und einem
Heiligenschein über dem Kopf. «Damit will er sagen, dass Obdachlose
genauso wertvolle Menschen sind», sagt Blanché.
«Unautorisiert»
Die Ausstellung in Basel ist «unautorisiert». Das heisst, Banksy
weiss davon, hat aber nicht mitgewirkt. Laut Blanché sei der Künstler
mit derartigen Ausstellungen nicht einverstanden. Das sei unüblich und
in seinen Augen nicht gerechtfertigt.
Das «Unautorisierte» beziehe sich gemäss Antonelli mehr auf die
Auswahl der Kunstwerke und den Erlös. «Alle Bilder der Ausstellung
stammen von Privatpersonen und wurden nicht von Banksy bereitgestellt.»
Ausserdem sei Banksy nicht an den Einnahmen beteiligt.
Preise schnell in die Höhe
Banksy sowie Privatpersonen mit einem Original-Banksy zu Hause seien
heute jedoch finanziell gut versorgt. Wer 2004 beispielsweise einer
seiner Abdrucke des berühmten Blumenmädchen für 75 Pfund gekauft hat,
ist heute Millionär.
«Im Moment verkauft Banksy eine 100 mal 100 Zentimeter grosse Leinwand für drei Millionen Pfund.»
«Im Moment verkauft Banksy eine 100 mal 100 Zentimeter grosse
Leinwand für drei Millionen Pfund», sagt Antonelli. Mit diesen Einnahmen
finanziere der Künstler primär andere «Versuche zur Kreativität». Ein
Beispiel sei das Schiff «Marie Louise». Damit rettet er Geflüchtete bei
ihrer Flucht über das Mittelmehr.